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Geschichte

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Im Jahr 1874 fasste die Kreisverwaltung in Lörrach den Beschluss, ein Pflegeheim für etwa 100 hilfsbedürftige Menschen in Wiechs zu bauen. Die Betreuung armer und pflegebedürftiger Menschen lag bis dahin in der Zuständigkeit der Gemeinden. Das Kreispflegeheim Wiechs übernahm ab dem 28.07.1877 die Betreuung und Pflege von behinderten, altersschwachen, suchtkranken und vereinsamten Menschen aus dem Wiesental.

Schon im Jahr 1894 wurden zwei Seitenflügel angegliedert und 1907 ein separates Verwaltungsgebäude errichtet. 1910 hatte das Kreispflegeheim Wiechs bereits die maximale Bewohnerzahl von 270 erreicht, die das Markus-Pflüger-Heim in etwa heute noch hat.

Während des NS-Regimes fielen 89 Bewohnerinnen und Bewohner des Kreispflegeheims Wiechs den Tötungsaktionen zum Opfer. In den letzten Kriegsjahren wurden Teile des Hauses als Lazarett genutzt.

Die in den folgenden Jahrzehnten unternommenen baulichen Verbesserungen konnten nicht verbergen, dass das Haus eine veraltete Einrichtung war. Noch in den 70er Jahren lebten die Bewohnerinnen und Bewohner in großen Bettensälen miteinander und hatten so gut wie keine Möglichkeiten, sich zurückzuziehen.

1970 baute die Kreisverwaltung ein neues Wirtschaftsgebäude, das noch heute im Markus-Pflüger-Heim von Hauswirtschaft, Küche und Technik genutzt wird. Außerdem wurde das neue Gemeinschaftshaus mit seinem Festsaal, der Cafeteria und der Kegelbahn gebaut.

Am 27. April 1979 wurde ein modern konzipiertes "Bettenhaus" - das heutige Haus "Dinkelberg" - eingeweiht. Bereits im Januar konnten Bewohnerinnen und Bewohner aus dem vollkommen überbelegten Altbau in die neuen und hellen Vierbettzimmer umziehen.

1983 wurde mit dem Bau des knapp 30 Millionen Mark teuren Haus "Entegast" begonnen. Es wurde am 20. Mai 1985 bezogen und am 7. November feierlich eingeweiht. Der Neubau, der gezielt als Pflegeheim geplant worden war, umfasste Untersuchungs- und Behandlungs-
räume, eine medizinische Bäderabteilung samt Physiotherapie und einen hauseigenen Friseursalon. In diesem wurden die pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner untergebracht. Mobile Jüngere und auch Ältere, die nicht pflegebedürftig waren, lebten im Wohnheim (Haus "Dinkelberg").

1994 wurde das Wohnheim aufgrund des veralteten Standards (Vierbettzimmer, Etagenbad, Gemeinschafts-WC) erneut umgebaut. Die Viererzimmer wurden geteilt und jeweils Duschen eingerichtet. Während dieser Umbauphase wohnten die Bewohnerinnen und Bewohner in Zandt im Bayerischen Wald.

Heute sind im Markus-Pflüger-Heim 189 Arbeitskräfte beschäftigt. Die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner liegt bei 256.

Bild: Markus-Pflüger-Heim Bild: Markus Pflüger